Physiotherapeutin, Betreuerin, Freiwillige: Eine unvergessliche Erfahrung bei NPH Mexiko

Die spanische Volontärin Amara Palacio beschreibt, wie es ist, gefährdete Kinder zu unterstützen.
Dezember 13, 2019 - Mexiko

Amara hat sich mit den Mädchen von NPH Mexiko angefreundet.
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Junge Menschen träumen oft von einer besseren Welt: fairer, gleichberechtigter und integrativer. Eine Welt, in der alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Rasse, ihrem Geschlecht oder ihrer Religion gleiche Chancen haben.

Um diesen Traum wahr werden zu lassen, habe ich mich entschieden, der Welt und der Gesellschaft, die mir so viel gegeben haben, etwas zurückzugeben. Ich habe mich entschieden, mit einer NGO (Nichtregierungsorganisation) zusammenzuarbeiten und meine Zeit, meine Bemühungen und mein Wissen der Unterstützung derjenigen zu widmen, die nicht das Glück oder die Möglichkeiten hatten, die ich hatte. Ich habe mich für NPH entschieden, weil ich verstehe, dass Kinder oft unschuldige Opfer dieser Gesellschaft sind, die wir aufbauen. Oft sind sie auch die hilflosesten, die am meisten unter der Grausamkeit leiden und am wenigsten in der Lage sind, sich zu verteidigen.

Ich bin über eine spanische Physiotherapeuten-Webseite zu NPH gekommen, die für Kooperationsprojekte und Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit wirbt. Nach meinem Universitätsabschluss arbeitete ich ein Jahr lang im Baskenland in Spanien als Physiotherapeutin in einer Klinik, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betreut. Es war ein komfortables Leben, da ich im Haus meiner Eltern lebte, mit wenig Sorgen und Verantwortung. Sobald ich NPH entdeckte und anfing, nachzuforschen, wusste ich, dass dies die Gelegenheit für mich war, also füllte ich meine Bewerbung aus und schickte meine Anfrage ab.

In dem Moment, als ich herausfand, dass ich ausgewählt worden war, dieses Abenteuer zu leben, überflutete mich eine grosse Welle der Freude. Dann begannen die Erwartungen und Ängste, ein Jahr lang in NPH Mexiko zu leben, aufzutauchen. Mir wurde klar, dass dies eine grosse Veränderung für mich sein würde: eine radikale Wende in meinem Leben.

Die Realität hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Ursprünglich dachte ich, NPH sei ein Waisenhaus, in dem die Kinder vorübergehend bleiben, bis sie einen neuen Ort gefunden haben. Ich hätte mich nicht mehr täuschen können. NPH ist nicht nur ein Heim für Kinder; wir sind eine grosse Familie und ein Ort, der verletzlichen Kindern die Möglichkeit gibt, zu wachsen und das zu werden, wovon sie immer geträumt haben, eine Chance zu haben, zu träumen und diese Träume zu verwirklichen.

Ich bin seit fast fünf Monaten hier. Der Empfang, den ich von den Kindern und dem Personal erhielt, war mehr, als ich mir vorgestellt hatte. Sie schätzen die Freiwilligen und die Hilfe, die wir ihnen bieten können, sehr.

In der ersten Woche begann ich eine Rotation durch die Mädchenheime, um zu entscheiden, wo ich in diesem Jahr arbeiten würde. Es war eine tolle Möglichkeit, alle Mädchen im Haus zu treffen: ganze Tage mit ihnen zu verbringen, an ihren Routinen und Aktivitäten teilzunehmen. In sehr kurzer Zeit schloss ich mit vielen Mädchen gute Beziehungen und lernte sie nach und nach besser kennen.

Ohne Zweifel war einer meiner besten Tage bisher, als ich den Mädchen in meiner jetzigen casita sagte, dass ich das ganze Jahr mit ihnen arbeiten würde. Sie waren begeistert und zeigten mir so viel Liebe. Es war unglaublich und unvergesslich.

Mein zweiter Job ist die Arbeit in der Klinik als Physiotherapeutin, hauptsächlich mit Kindern, aber auch mit allen, die meine Dienste benötigen. Es ist eine Arbeit, die ich liebe. Mit meinen eigenen Händen kann ich den Kindern helfen. Leider gibt es viele, die es brauchen. Aber es ist sehr erfreulich zu sehen, wie ich ihnen helfen kann und wie sie mir mit dem Wenigen, das sie haben, danken.

Einer meiner grössten Erfolge geschah hier in der Klinik. Da war ein Junge, der nicht Fussball spielen konnte, was er nachmittags am liebsten tat. Er hatte sich vor ein paar Monaten einige Knochen in seinem Fuss gebrochen. Gemeinsam begannen wir eine intensive Rehabilitation mit vielen verschiedenen Übungen. Eines Tages war er dann endlich wieder in der Lage zu laufen und zu spielen. Als ich ihn mit seinen Freunden Fussball spielen sah, war das ohne Zweifel der beste Moment seit meiner Ankunft.

Etwas anderes, das meine Aufmerksamkeit erregt hat, ist, dass die Kinder super grosszügig sind. Das wenige, was sie haben, teilen sie mit anderen, egal was.

Die letzten fünf Monate sind so schnell vorbei geflogen. Aber gleichzeitig sind so viele Dinge passiert, die mir das Gefühl geben, mein ganzes Leben hier gewesen zu sein. Ich hoffe, dieses Gefühl verschwindet nicht.

Schliesslich hoffe ich, dass meine Arbeit und mein Einsatz auch nur ein wenig den Mädchen und Jungen helfen, die es brauchen, und dass mein Beitrag auch nur eine kleine Veränderung in ihrem Leben bewirken kann.

Interessiert daran, in die Fusstapfen von Amara Palacio zu treten und Freiwilliger bei NPH zu verletzliche Kinder zu unterstützen? Suchen Sie nach einer neuen Herausforderung? Besuchen Sie nph.org.

Amara Palacio   
NPH Mexico Volunteer

 

 

 

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