Marcel: "NPH Haiti ist meine neue Familie".

NPFS rettet ein weiteres Kind aus der Armut und unterstützt es dabei, mit Behinderung und Würde zu leben.
November 11, 2019 - Haiti

Marcel sagt: "NPFS ist jetzt meine Familie.
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Das ist Marcel. Er ist ein 14-jähriger Junge, der seit 2015 in St. Helene in Kenscoff, NPH Haiti, lebt. Er wohnt in Kay Virginie, das er heute "Zuhause" nennt.

Marcel hat sieben Geschwister. Seine Mutter und sein Vater sind getrennt und arbeiten auch nicht - ein schwieriges Leben, wenn man bedenkt, dass die haitianische Regierung kein Sicherheitsnetz für Arbeitslose bietet. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen leben 24,7% der Haitianer in extremer Armut und leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Ungefähr 59% leben von weniger als 2 US-Dollar pro Tag.

Armut wirkt sich auf die Haitianer in vielerlei Hinsicht aus: verarmte Lebensbedingungen, instabile Wohnungen, Unterernährung, Krankheitsrisiko und fehlender Zugang zur Gesundheitsversorgung, geringer Zugang zu Bildung, Unfähigkeit, Schulgebühren zu zahlen, hohe Kindersterblichkeitsraten, ganz zu schweigen von Bandengewalt und anderen anhaltenden sozialen Problemen. Aufgrund des Fehlens einer stabilen Beschäftigung für einen Grossteil der jungen Erwachsenen werden die Grosseltern oft zur Unterstützung der Enkelkinder herangezogen.

Marcel kam im Alter von 10 Jahren zu Nos Petits Frères et Soeurs (NPFS, auch bekannt als NPH Haiti). In vielerlei Hinsicht war Marcels Kindheit typisch für viele hunderttausend haitianische Kinder, aber seine Reise zu NPFS war noch tragischer. Da er sich nicht um Marcel kümmern konnte, schickten ihn seine Eltern in jungen Jahren zu seiner Grossmutter in ein ländliches Gebiet. Er wuchs mit drei seiner Geschwister auf dem Land auf.

Einige Jahre später kehrte sein Vater zurück und brachte Marcel zu seiner anderen Grossmutter nach Pétion-Ville, einem Vorort von Port-au-Prince. Auch Marcels Cousin, dem Marcel sehr nahe stand, lebte in diesem Haus. Eines Tages spielten die beiden Jungen draussen, als Marcels Cousin auf ein paar stromführende Kabel fiel und einen Stromschlag bekam. Marcel erlebte diesen schrecklichen Unfall und rannte, um seinen Cousin zu retten, indem er dem Jungen an den Beinen zog. Die Stärke des elektrischen Stroms hat Marcel aber auch einen Stromschlag verpasst.

Sein Cousin ist gestorben. Marcel überlebte, verlor aber seinen rechten Arm und erlitt Kopfverletzungen.

Marcels Eltern kontaktierten NPFS für medizinische Unterstützung. Die Antwort war sowohl freundlich als auch mitfühlend. Marcel verbrachte zwei Monate in einem privaten Krankenhaus; NPH Haiti übernahm seine Gesundheitskosten.

"Ich lebe weiter mit den Narben an meinem Körper. Ich leide immer noch unter dem Trauma. Auch wenn ich manchmal im Unterricht bin, erinnere ich mich an meinen Cousin und seinen tragischen Tod. Ich hätte es sein können", sagt Marcel.

Der Arzt empfahl Marcel aus verschiedenen Gründen, nicht mehr bei seiner Familie zu wohnen; deshalb brachte ihn NPH Haiti für ein Jahr zum Programm Padre Wasson Angels of Light (FWAL).

Marcel hatte nach dem Unfall Schwierigkeiten mit der linken Hand. Durch die Aufmerksamkeit von Therapeuten und die stundenlangen Sitzungen bei NPFS ist er nun in der Lage, mit der linken Hand zu schreiben.

"Ich erinnere mich an meine Geschwister, aber ich weiss nicht, wo sie jetzt wohnen. Seit ich hierher gekommen bin[zu NPFS], kommt niemand zu mir. Als ich das erste Mal zu Hause ankam, war ich verängstigt und verärgert, weil ich die anderen Kinder nicht kannte. Aber nach einigen Monaten fing ich an, neue Freunde zu finden und fühlte mich wohl. Jetzt ist Nos Petits Frères et Soeurs meine neue Familie", sagt Marcel mit einem beruhigenden Lächeln.

"Mein Lieblingsbetreuer ist Met Luko, der mir bei meinen Hausaufgaben hilft. Ich lerne auch mit meinen Mitbewohnern. Eine Hand zu haben ist schwierig, da ich nur begrenzten Zugang habe, aber sie helfen mir bei allem, was ich brauche. Ich schätze ihre Zusammenarbeit und Unterstützung immer", sagt er.

"Mein Traum ist es, Arzt zu werden, weil ich den Kranken helfen will. Hätte ich keine Unterstützung aus dem Krankenhaus erhalten, hätte ich sterben können."

Trotz seiner Behinderung spielt Marcel gerne Fussball und erweist sich als grossartiger Spieler. Er ist derzeit in der neunten Klasse; es wird erwartet, dass er im nächsten Jahr seinen Abschluss macht und in das Don Bosco-Programm für externe Schüler wechselt.

Er dankt NPH für die Möglichkeiten, die er bisher hatte, und freut sich mit einem Lächeln auf die Zukunft.

Interested in learning about how NPH Haiti helps break the cycle of poverty? Visit nph.org.

Children’s names have been changed to protect their privacy.

Denso Gay   
Communication Officer


You may be only one person in the world, but you may be all the world to one child.
—Fr. William Wasson

 

 

 

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